KUNSTRECHT

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Samstag, November 26, 2005

Italien vs Metropolitan, FAZ 26.11.2005

In der FAZ vom 26.11.2005 fand sich ein Artikel über den Kunstrecht - Streit zwischen Italien und dem MOMA in den USA. Bemerkenswerterweise befand sich der Artikel nicht unter der Rubrik Kunstmarkt, sondern verbarg sich im Feuilleton. Der Artikel bezog sich auf einen Rechtsstreit zwischen dem Staat Italien und dem Metropolitan Museum. In diesem Rechtstreit ging es um mehrere illegal ausgegrabense antike Stücke, die sich nun in den USA befinden. Der mit involvierte Kunsthändler steht in Italien der Prozeß bevor.
Nachdem ja der Streit Italien vs Getty groß in der Presse behandelt wird, fanden sich die Ansprüche gegen das Metropolitan nicht so sehr in der Presse. Um einen weiteren Trubel zu vermeiden, wurde ein Kompromiß geschlossen. So geht das Eigentum nach Italien, die Stücke verbleiben in den USA. Beide Seiten vermeiden dadaurch einen Rechtsstreit in der Öffentlichkeit über Jahre, der auch zu diplomatischen Verwirrungen führen könnte.

So sehr eine solche Einigung zu begrüßen ist, und auf den ersten Blick den Kunstwerken zu Gute kommt, existiert auch eine negative Seite.
Die Stücke wurden, wie von italienischer seite vorgetragen wurde, illegal augegraben und dementsprechend illegal ausgeführt.
Um solche schwarzen Transaktionen lückenlos aufklären zu können, wäre eine genaue Analyse wichtig. Nicht nur, um den aktuellen Fall zu lösen und rechtlich sauber aufarbeiten zu können, sondern auch um Fehler im system zu erkennen und das kulturelle Erbe Italiens vor Raubgrabungen in Zukunft zu schützen.
Natürlich ist es begrüßenswert, dass die Kunstwerke weiterhin in den USA dem Metropolitan erhalten bleiben, aber um den Preis der Aufklärung ? Es stellt sich die Frage, ob solche Kompromisse von einem Staat geschlossen werden sollten. Ich befürworte einen Kompromiß zwischen Privaten, neudeutsch gerne auch in einem Mediationsverfahren, aber ein Staat sollte auf eine lückenlose Aufklärung drängen. Schließlich geht es auch um sein nationales Erbe, das den zukünftigen Generationen bewahrt bleiben muss. Und ein Staat besitzt auch das Durchhaltevermögen für eine solche Auseinandersetzung, das bei Privaten oft durch Geld oder Geduld begrenzt wird.